Die Grundlagen des User-Access-Managements

Aktualisiert: 31. August 2026 Lesezeit: ~

Kurzfassung

User-Access-Management steuert Benutzerberechtigungen und Privilegien, die den Zugriff auf digitale Tools und Online-Ressourcen innerhalb eines Systems oder einer Organisation gewähren oder verweigern.

Was ist User Access Management?

UAM ist ein Bestandteil des Identitäts- und Zugriffsmanagements (IAM) und für die moderne IT-Infrastruktur unerlässlich. Sobald die Identität einer Benutzer:in durch Authentifizierung verifiziert wurde, verwalten UAM-Systeme den Zugriff auf die richtigen Tools zum richtigen Zeitpunkt basierend auf vordefinierten Faktoren für Einzelpersonen oder Gruppen. Für Unternehmen umfasst dies in der Regel Kontrollen für den Zugriff auf interne oder externe Anwendungen, Benutzerberechtigungen und Sicherheitsanforderungen.

In der analogen Welt könnten Sie die Funktion des User-Access-Managements mit der eines Sicherheitsdienstes an einer Universität vergleichen. Genau wie das Sicherheitspersonal am Eingang Ausweise kontrolliert, um die Identität einer Person zu überprüfen, bestimmen deren Rollen – wie etwa Student:in, Professor:in oder Verwaltungsmitarbeiter:in –, auf welche Ressourcen und Bereiche sie auf dem Campus zugreifen können und wann sie dies tun dürfen. Zum Beispiel wäre ein Aufenthaltsraum für Lehrkräfte für Student:innen nicht zugänglich und an Wochenenden möglicherweise für alle außer für Fachkräfte der Gebäudeverwaltung gesperrt. UAM stellt sicher, dass nur autorisierte Benutzer:innen auf erforderliche Ressourcen zugreifen können, und zwar nur bei Bedarf.

Heute können Herausforderungen entstehen, wenn Unternehmen wachsen und Mitarbeiter:innen mit unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten zunehmend externe Unternehmenslösungen nutzen, um ihre Arbeit zu erledigen. Eine IAM-Lösung hilft dabei, dies zu steuern, indem sie Benutzeridentitäten und Zugriffe nahtlos an einem zentralen Ort verwaltet.

Steigerung von Effizienz und Sicherheit mit UAM

Die Benutzerzugriffskontrolle gewährleistet organisatorische Sicherheit und Effizienz, indem sie basierend auf den Rollen und Verantwortlichkeiten der Benutzer:innen angemessene Zugriffsebenen gewährt. Dies minimiert die Gefahr von unbefugtem Zugriff oder Data Breaches und optimiert gleichzeitig die Prozesse für das Benutzer-Onboarding, -Offboarding und die Verwaltung von Berechtigungen für reibungslosere Abläufe.

Durch die Durchsetzung eines Standard-Betriebsverfahrens (SOP) für das User-Access-Management können Unternehmen ihre Sicherheitslage stärken und die betriebliche Leistung verbessern, während Datenschutz, Integrität und Verfügbarkeit kritischer Assets gewahrt bleiben.

Durch UAM können IT-Teams:

  • Zugriffskontrolle: Administrator:innen können den Benutzerzugriff basierend auf Rollen und Verantwortlichkeiten gewähren, ändern und widerrufen, was das Risiko eines unbefugten Zugriffs verringert.
  • Single Sign-On (SSO) aktivieren: Integrieren Sie SSO-Funktionen, um Nutzer:innen den Zugriff auf zahlreiche Anwendungen mit einem einzigen Satz an Anmeldedaten zu ermöglichen, was die User Experience (UX) und Produktivität verbessert und gleichzeitig die Password Fatigue reduziert.
  • Least Privilege durchsetzen: Stellen Sie sicher, dass Benutzer:innen über die minimal erforderlichen Berechtigungen zur Ausführung ihrer Aufgaben verfügen, um potenzielle Sicherheitsverletzungen oder Insider-Bedrohungen zu reduzieren.
  • Verbesserte Compliance: Erfüllen Sie problemlos Branchenvorschriften und Standards wie HIPAA, SOC2, DSGVO und PCI-DSS, die eine strenge Kontrolle über den Datenzugriff erfordern.
  • Audits und Berichterstattung erleichtern: Erstellen Sie detaillierte Protokolle und Berichte mit einem User-Access-Management-Audit zu den Zugriffsaktivitäten der Benutzer:innen, sodass Unternehmen Sicherheitsvorfälle erkennen und untersuchen, das Benutzerverhalten überwachen und bei Audits die Compliance nachweisen können.
  • Provisionierung und Deprovisionierung optimieren: Automatisieren Sie die Erstellung, Änderung und den Widerruf von Benutzer-Accounts, um den administrativen Aufwand zu reduzieren und zeitnahe, präzise Zugriffsänderungen sicherzustellen.
  • Skalierbarkeit und Flexibilität unterstützen: Verwalten Sie zunehmend komplexe Anforderungen an den Benutzerzugriff über Anwendungen, Systeme und Plattformen hinweg.

UAM und Zero Trust

Alle digitalen Unternehmen müssen ihre Netzwerke und Daten vor immer raffinierteren Cyberbedrohungen schützen. Traditionelle perimeterbasierte Sicherheitsmodelle sind veraltet, da Remote-Arbeit, Cloud-Nutzung und fortschrittliche Hacking-Techniken zunehmen. Zero Trust bietet einen umfassenden Sicherheitsansatz zum Schutz von Daten und Ressourcen in Workflows für den Benutzerzugriff.

Das Zero-Trust-Sicherheitsmodell:

  • Zero Trust ist eine Sicherheitsarchitektur, die davon ausgeht, dass standardmäßig kein:e Benutzer:in, kein Gerät und kein Netzwerk vertrauenswürdig ist, unabhängig davon, ob sie sich innerhalb oder außerhalb des Netzwerkperimeters der Organisation befinden.
  • Das Hauptprinzip von Zero Trust ist „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, was bedeutet, dass jede Zugriffsanfrage authentifiziert, autorisiert und kontinuierlich überwacht wird.
  • Dieser Ansatz verwendet mehrere Ebenen von Sicherheitskontrollen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), Verschlüsselung, Mikrosegmentierung und Echtzeitüberwachung, um unbefugten Zugriff und Data Breaches zu verhindern.
  • Zu den Hauptkomponenten gehören IAM, Geräteverwaltung, Netzwerksegmentierung, Anwendungssicherheit und Datenschutz.

Wie Zero Trust das User-Access-Management verbessert

Unternehmen können ihre Sicherheitslage stärken, indem sie Prinzipien von Zero Trust mit verschiedenen Arten der Zugriffskontrolle verknüpfen und die folgenden wesentlichen Praktiken umsetzen:

  • Kontinuierlich authentifizieren und autorisieren: Fordern Sie eine fortlaufende Überprüfung während der gesamten Benutzersitzungen, anstatt sich ausschließlich auf die anfänglichen Anmeldedaten zu verlassen.
  • Granulare Zugriffskontrollen einsetzen: Aktivieren Sie Kontrollen basierend auf Benutzeridentität, Gerätestatus, Standort und anderen kontextabhängigen Faktoren.
  • Integration mit UAM-Lösungen: Nutzen Sie SSO, MFA und die Benutzer- und Entitätsverhaltensanalyse (UEBA), um das Zugriffsmanagement zu optimieren und die Sicherheit über alle Ressourcen und Umgebungen hinweg zu stärken.
  • Nutzen Sie ein umfassendes Framework: Verfolgen Sie einen konsistenten und skalierbaren Ansatz, um den Zugriff auf Anwendungen, Daten und Infrastruktur zu sichern, unabhängig von Benutzerstandort oder Gerät.
  • Setzen Sie einen risikobasierten Zugriffsmanagement-Ansatz um: Bewerten und passen Sie Sicherheitsrichtlinien auf Grundlage von Threat Intelligence in Echtzeit und Daten zum Benutzerverhalten an.
  • Sichere Remote-Arbeit ermöglichen: Schützen Sie den Zugriff auf Ressourcen, um Produktivität und Zusammenarbeit zu fördern.

Identifizierung und Schutz hochwertiger Daten

Methoden zur Klassifizierung kritischer Assets:

  • Datenklassifizierung und -inventarisierung: Katalogisieren und kategorisieren Sie Daten anhand ihrer Sensibilität, Vertraulichkeit und Bedeutung für das Unternehmen.
  • Analyse der Zugriffsprotokolle: Überprüfen Sie die Benutzerzugriffsprotokolle, um festzustellen, auf welche Daten am häufigsten zugegriffen wird und von wem.
  • Business-Impact-Analyse: Bewerten Sie die möglichen Auswirkungen von Datenverlust, Diebstahl oder unbefugtem Zugriff auf die Betriebsabläufe, die Reputation und die finanzielle Stabilität des Unternehmens.
  • Stakeholder-Interviews: Befragen Sie wichtige Stakeholder, darunter Führungskräfte, Abteilungsleiter:innen und IT-Mitarbeiter:innen.
  • Überprüfung der Compliance-Anforderungen: Identifizieren Sie Daten, die branchenspezifischen Vorschriften wie HIPAA, FedRAMP, PCI-DSS oder der DSGVO unterliegen und möglicherweise zusätzlichen Schutz erfordern.
  • Sicherheitsbewertungen: Führen Sie Schwachstellenscans, Penetrationstests und Risikobewertungen durch, um besonders schützenswerte Daten zu identifizieren, die von einer Offenlegung oder Kompromittierung bedroht sind.
  • Bedrohungsmodellierung: Interpretieren Sie potenzielle Bedrohungen und Angriffsvektoren, um zu ermitteln, welche Datenbestände am ehesten das Ziel böswilliger Akteur:innen sein werden.
  • Kritikalitätsbewertungen: Bewerten Sie die Bedeutung jedes Daten-Assets für die Kernfunktionen der Organisation und priorisieren Sie die Schutzmaßnahmen entsprechend.

Implementierung von Zugriffskontrollen zum Schutz vertraulicher Informationen

IT- und Sicherheitsteams können sicherstellen, dass nur autorisierte Nutzer:innen auf sensible Daten zugreifen, indem sie Datenschutzmethoden kombinieren und strenge Kontrollen durchsetzen. 

Zu den Strategien zur Erhöhung der Sicherheit gehören:

  • Verschlüsselung von Daten während der Übertragung und im Ruhezustand
  • Netzwerksegmentierung zur Isolierung kritischer Systeme
  • kontinuierliche Überwachung auf verdächtige Aktivitäten
  • Bereitstellung von Schulungen für Mitarbeiter:innen zu Sicherheits-Best-Practices

Die entscheidende Rolle starker Passwortrichtlinien und MFA

Best Practices zur Durchsetzung starker Passwortrichtlinien 

Ein effektives User-Access-Management vereinheitlicht Systeme, um den Herausforderungen von fragmentierten Identity Stores, isolierten Sicherheitstools und einer übermäßigen Abhängigkeit von Passwörtern zu begegnen. Laut Gartner sind starke Passwort-Richtlinien zwar weiterhin notwendig, können jedoch nicht alle passwortbezogenen Bedrohungen abwehren. IAM-Best-Practices umfassen die Optimierung des Prozesses zur Erstellung, Überprüfung und Überarbeitung von Passwortrichtlinien. Passwortrichtlinien sollten praktikabel umzusetzen sein und geltende regulatorische sowie Audit-Anforderungen erfüllen, ohne die UX zu beeinträchtigen.

Neben soliden Passwortrichtlinien müssen IT- und Sicherheitsteams Probleme wie dauerhaft privilegierte Anmeldedaten, verwaiste oder überprivilegierte Accounts sowie manuelle Konfigurationsfehler angehen, die Unternehmen anfällig für identitätsbezogene Angriffe und nicht bestandene Audits machen können. Die Konsolidierung von Identity-Management-Systemen und die Implementierung zentralisierter Zugriffskontrollen können mehr Transparenz und Kontrolle darüber bieten, wer Zugriff auf sensible Daten und Systeme hat.

Während Passwörter in Anwendungsfällen für Customer Identity noch immer weit verbreitet sind, hat der Vorstoß zu Passkeys dazu beigetragen, die Sicherheit zu stärken. Passkeys bieten eine einfachere und sicherere Alternative zu herkömmlichen Passwörtern für die Anmeldung bei Consumer-Apps und Websites. Durch die Verwendung biometrischer Daten oder Geräte-PINs bieten Passkeys eine nahtlose UX und reduzieren gleichzeitig das Risiko von Online-Angriffen wie Phishing. Allerdings sind sie keine Best Practice für die Workforce-Sicherheit.

Wie MFA die Sicherheit des Benutzerzugriffs stärkt

MFA bietet eine zusätzliche Schutzebene über Passwörter hinaus und erhöht die Sicherheit des Benutzerzugriffs. Es gewährt erst Zugriff, nachdem Benutzer:innen zwei oder mehr Identifikationsmerkmale bereitgestellt haben, wobei oft etwas, das sie wissen (wie ein Passwort), mit etwas, das sie besitzen (wie ein Smartphone), oder etwas, das sie sind (wie ein Fingerabdruck), kombiniert wird. MFA kann die Wahrscheinlichkeit eines unbefugten Zugriffs minimieren, selbst wenn das Passwort eines Benutzers offengelegt oder gestohlen wurde.

MFA kann mithilfe verschiedener Methoden implementiert werden:

Best Practices:

  • Erzwingen Sie MFA für alle Benutzeranmeldungen, um die Sicherheitslage deutlich zu verbessern, vertrauliche Daten zu schützen und Branchenvorschriften sowie Standards einzuhalten. 
  • Priorisieren Sie MFA für privilegierte Accounts, Remote-Zugriff und cloudbasierte Anwendungen. 
  • Kombinieren Sie MFA mit strengen Passwort-Richtlinien und einem zentralisierten Identitätsmanagement für ein umfassendes Sicherheits-Framework, das vor identitätsbezogenen Bedrohungen und Data Breaches schützt.

Phishing-resistente MFA im User-Access-Management

Angesichts der zunehmenden Komplexität und Raffinesse von Cyberbedrohungen sind herkömmliche MFA-Methoden wie SMS oder Einmal-Passwörter (OTP) anfällig für hochgradig gezielte und ausgeklügelte Phishing-Versuche geworden. Diese Angriffe können Organisationen durch Produktivitätsverluste, negative Publicity, Strafen, Rechtskosten, Lösegeldforderungen, den Verlust des Vertrauens der Verbraucher:innen und die Erosion des Markenwerts verheerenden Schaden zufügen.

Unternehmen sollten in Phishing-resistente MFA-Lösungen investieren, die die Sicherheit erhöhen, ohne die UX zu beeinträchtigen, und Authentifikatoren einsetzen, die gegen Social Engineering resistent sind, darunter:

  • Passwortlose Authentifizierung mittels Biometrie
  • Mobile-App-basierte Authentifizierung mit sicherer Verschlüsselung und Gerätebindung
  • Hardware-Sicherheitsschlüssel (z. B. YubiKey)
  • Common Access Cards (CAC) oder Personal Identity Verification (PIV)-Karten

Durch die Implementierung von Phishing-resistenter MFA können Organisationen:

  • Schützen Sie sich in Echtzeit vor Phishing-Versuchen mit Unterstützung für eine Reihe von Phishing-resistenten Authentifikatoren, einschließlich passwortloser Optionen
  • Verdächtige Aktivitäten erkennen und die Sicherheitslage des Geräts bewerten
  • Reagieren Sie mit Warnmeldungen und Erkenntnissen, um Maßnahmen gegen verdächtige Aktivitäten zu ergreifen
  • Reduzieren Sie das Risiko von Account-Übernahmen, Data Breaches und anderen identitätsbezogenen Angriffen

Automatisierung von User-Access-Management-Workflows

Automatisierte UAM-Workflows steigern die Effizienz, reduzieren menschliche Fehler und verbessern die Sicherheit durch die Optimierung von Prozessen und die Minimierung manueller Eingriffe.

Beispiele für automatisierte Workflows:

  • Onboarding und Offboarding: Bereitstellung und Entzug von Benutzer-Accounts in Echtzeit basierend auf integrierten HR-Systemdaten.
  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC): Weisen Sie Zugriffsrechte basierend auf vordefinierten Rollen und Verantwortlichkeiten zu.
  • Zugriffsüberprüfung und Rezertifizierung: Überprüfen Sie regelmäßig die Benutzerzugriffsrechte, um deren Angemessenheit sowie die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien und gesetzlichen Vorschriften sicherzustellen.
  • Self-Service-Zugriffsanforderungen: Ermöglichen Sie Nutzer:innen, Zugriff auf Ressourcen anzufordern, um die Arbeitsbelastung des IT-Personals zu verringern und die Benutzererfahrung zu verbessern.

Least-Privilege- und Just-in-Time-Zugriff (JIT)

Das Prinzip des Least Privilege (POLP) reduziert Sicherheitsrisiken, die mit übermäßigen oder unnötigen Zugriffsrechten verbunden sind. Indem Unternehmen Benutzer:innen nur den für ihre Aufgaben minimal erforderlichen Zugriff gewähren, können sie die potenziellen Auswirkungen von kompromittierten Accounts, Insider-Bedrohungen und Data Breaches mindern. 

JIT erweitert das Konzept des Least Privilege, indem dem Ressourcenzugriff festgelegte Zeitlimits hinzugefügt werden. Diese Kontrollen umfassen:

  • Temporäre Zugriffsprovisionierung: Gewährt automatisch Zugriff auf Ressourcen für einen begrenzten Zeitraum auf Basis spezifischer Aufgaben oder Projekte
  • Dynamische Zugriffskontrolle: Passt Zugriffsrechte in Echtzeit basierend auf kontextabhängigen Elementen an, einschließlich Benutzerstandort, Sicherheitslage des Geräts und Risikobewertung
  • Workflow-basierte Zugriffsanfragen: Integriert Zugriffsanfragen in bestehende Workflows, wie z. B. Change-Management- oder Incident-Response-Prozesse
  • Kontinuierliche Überwachung und Audits: Überprüft und auditiert Benutzerzugriffe, um Anomalien zu erkennen und zu beheben sowie die Compliance sicherzustellen

Nutzung rollen- und attributbasierter Zugriffskontrolle

RBAC weist Zugriffsrechte basierend auf vordefinierten Rollen und Verantwortlichkeiten zu, sodass Benutzer:innen auf die für ihre Aufgaben erforderlichen Ressourcen zugreifen können. Die attributbasierte Zugriffskontrolle (ABAC) gewährt Zugriff auf Grundlage von Benutzerattributen, Ressourcenattributen und Umgebungsbedingungen und ermöglicht so feingranulare Entscheidungen zur Zugriffskontrolle. Ein hybrider Ansatz schafft ein flexibleres, skalierbareres und dynamischeres Zugriffsmanagementsystem. Die Kombination von RBAC und ABAC erleichtert es IT-Teams, Zugriffsrichtlinien in großen und komplexen Organisationen zu verwalten, und reduziert den administrativen Aufwand.

Methoden zur Automatisierung der Provisionierung und Deprovisionierung von Benutzerzugriffen:

  • Automatisierte Rollenzuweisung: Weist Benutzer:innen basierend auf ihrer Funktion, Abteilung oder anderen relevanten Attributen vordefinierten Rollen zu, was den manuellen Aufwand reduziert und Konsistenz gewährleistet.
  • Attributbasierte Provisionierung: Gewährt oder entzieht den Zugriff auf Ressourcen basierend auf Benutzerattributen und vordefinierten Richtlinien, sodass der Zugriff stets den aktuellen Eigenschaften und Anforderungen der Benutzer:innen entspricht.
  • Durch Events ausgelöste Deprovisionierung: Entzieht Zugriffsrechte, wenn Benutzer:innen ihre Rolle wechseln, das Unternehmen verlassen oder keinen Zugriff mehr benötigen, und stellt so die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien sicher.
  • Integration in Identitätsmanagementsysteme: Integriert die Zugriffsautomatisierung nahtlos in bestehende Identitätsmanagement-Lösungen, einschließlich HR-Systemen oder Verzeichnissen.

Auditierung für Compliance und Sicherheit

Regelmäßige Audits gewährleisten die fortlaufende UAM-Sicherheit sowie die Einhaltung von internen Richtlinien und externen Vorschriften.

Strategien für effektives Auditing und Log-Management:

  • Zentralisiertes Log-Management: Konsolidieren Sie Logs in einem zentralen Repository, um die Analyse und Korrelation zu erleichtern.
  • Echtzeit-Überwachung und Warnmeldungen: Implementieren Sie Echtzeit-Überwachungssysteme, um Sicherheitsereignisse schnell zu erkennen und darauf zu reagieren.
  • Richtlinien zur Protokollaufbewahrung: Legen Sie klare Vorgaben für die Aufbewahrungsfristen von Protokollen fest, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen und forensische Untersuchungen zu unterstützen.
  • Regelmäßige Überprüfung der Audit-Trails: Führen Sie regelmäßige Überprüfungen der Audit-Trails durch, um Anomalien, unbefugte Zugriffsversuche und potenzielle Sicherheitsverletzungen zu erkennen.
  • Security Information and Event Management (SIEM): Integrieren Sie das Log-Management in SIEM-Systeme für eine erweiterte Bedrohungserkennung und Incident Response.
  • Automatisierte Protokollanalyse: Nutzen Sie durch Machine Learning (ML) und künstliche Intelligenz (KI) gestützte Tools, um die Protokollanalyse zu automatisieren und Muster sowie Anomalien zu identifizieren, die auf Sicherheitsrisiken hinweisen könnten.
  • Zugriffskontrollen und Verschlüsselung für Protokolldaten: Implementierung strenger Zugriffskontrollen und Verschlüsselungsmechanismen zum Schutz vertraulicher Protokolldaten vor unbefugtem Zugriff oder Manipulation.
  • Compliance-Prüfungen und Berichterstattung: Bewerten Sie die Compliance mit relevanten Vorschriften und erstellen Sie Berichte, die die Einhaltung von Sicherheits- und Datenschutzanforderungen belegen.

Integration von UAM in die bestehende IT-Infrastruktur

Die Kombination von User-Access-Management-Systemen mit bestehenden Anwendungen und Frameworks kann Herausforderungen mit sich bringen, darunter: 

  • Kompatibilitätsprobleme
  • Komplexe Integrationsprozesse
  • Datensynchronisierungsfehler
  • Pflege von Sicherheitsstandards
  • Bedenken hinsichtlich der Skalierbarkeit.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, können Organisationen Strategien anwenden, darunter:

  • Kompatibilitätstests
  • Stufenweise Integrationsansätze
  • Robuste Datenvalidierung und Fehlerbehandlung
  • Konsistente Sicherheitsrichtlinien
  • Skalierbare Architektur für On-Premises- und Cloud-Anwendungen (Private- oder Public-Cloud)

Wie IT-Teams API-Integrationen nutzen können 

Nahtlose Sicherheits-Workflows:

  • RESTful-APIs standardisieren: Verwenden Sie gut dokumentierte und standardisierte RESTful-APIs für eine einfache Integration in bestehende Systeme und Anwendungen.
  • Sichere API-Authentifizierung mit OAuth: Setzen Sie OAuth ein, um eine sichere Authentifizierung und Autorisierung beim Zugriff auf UAM-Funktionen über APIs zu gewährleisten.
  • System for Cross-domain Identity Management (SCIM): Setzen Sie SCIM ein, um die Benutzer- und Gruppenverwaltung über verschiedene Systeme und Plattformen hinweg zu optimieren.
  • Zentralisieren Sie Sicherheitsrichtlinien mit API-Gateways: Implementieren Sie API-Gateways, um zentrale Sicherheitsrichtlinien, Ratenbegrenzungen und Zugriffskontrolle für alle API-Interaktionen durchzusetzen.
  • Webhook-Benachrichtigungen für Echtzeit-Updates: Aktivieren Sie Benachrichtigungen für Echtzeit-Updates und die Synchronisierung zwischen UAM und anderen Systemen, um Datenkonsistenz und eine zeitnahe Zugriffsprovisionierung sicherzustellen.

Unterstützung einer verteilten Belegschaft 

Moderne Unternehmen müssen ihre Belegschaft unabhängig vom Standort absichern. IT-Teams sind heute dafür verantwortlich, alle Geräte zu unterstützen und gleichzeitig konsistente, umfassende und richtlinienkonforme Sicherheits-Zugriffskontrollen in großem Maßstab durchzusetzen. Für die operative Effizienz sind integrierte Lösungen für das User-Access-Management unerlässlich, die nicht mehrere Anbieter und Plattformen erfordern.

Wie UAM die Gerätesicherheit optimiert:

  • Umfassende Geräteunterstützung: Verwaltet den Zugriff über alle Geräte hinweg, einschließlich Desktops, Laptops, Smartphones und Tablets.
  • Konsistente Sicherheitsrichtlinien: Setzt einheitliche Sicherheitsrichtlinien und Zugriffskontrollen auf allen verwalteten (unternehmenseigenen) und nicht verwalteten Geräten durch.
  • Reibungslose UX: Bietet eine nahtlose und benutzerfreundliche Zugriffserfahrung auf allen Geräten.
  • Erkennung verdächtiger Aktivitäten: Implementiert Mechanismen, um fragwürdige Aktivitäten wie ungewöhnliche Anmeldeversuche oder unbefugten Zugriff festzustellen.
  • Bewertung der Sicherheitslage von Geräten: Bewertet aktiv die Gerätesicherheit und gewährt Zugriff auf Ressourcen nur dann, wenn sichergestellt ist, dass das Gerät die erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllt.

Zukünftige Trends im User-Access-Management

Da sich die Technologie weiterentwickelt, müssen Organisationen die Auswirkungen aufkommender Technologien auf UAM vorhersehen und ihre Strategien proaktiv anpassen, um die Sicherheit zu maximieren und die UX zu verbessern. Zu den wachsenden Trends gehören:

  • KI und ML: Automatisierte Zugriffsentscheidungen, Erkennung von Anomalien und Verbesserung von Richtlinien basierend auf Benutzerverhalten und Risikoprofilen
  • Passwortlose Authentifizierung: Verbesserte UX und Sicherheit mit Biometrie, Sicherheitsschlüsseln und gerätebasierter Authentifizierung
  • Dezentrales Identitätsmanagement: Blockchain und andere Technologien für ein sicheres, nutzerzentriertes Identitätsmanagement
  • Kontinuierliche adaptive Risiko- und Vertrauensbewertung (CARTA): Dynamische Zugriffsrichtlinien auf Basis von Echtzeit-Risikobewertungen
  • Integration mit IoT und Edge-Computing: Sichere Zugriffskontrolle für wachsende IoT- und Edge-Computing-Systeme

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