Kurzfassung
Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) ist das neueste Wi-Fi-Sicherheitsprotokoll der Wi-Fi Alliance, das um 2018 als Upgrade für Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2) veröffentlicht wurde. Es führt eine stärkere Authentifizierung über Simultaneous Authentication of Equals (SAE), eine robustere Verschlüsselung durch das Galois/Counter Mode Protocol 256 (GCMP-256) und Einschränkungen für Brute-Force-Passwortangriffe ein. WPA3 ist jedoch nicht ohne Mängel – nach der Einführung wurden frühzeitig Schwachstellen entdeckt, die Gerätekompatibilität kann eingeschränkt sein und die Aufrüstung der Infrastruktur ist mit erheblichen Kosten verbunden. Obwohl WPA3 bedeutende Sicherheitsverbesserungen bietet, sollten Nutzer:innen bei sensiblen Arbeiten weiterhin auf ergänzende Tools wie ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) setzen.
Was ist WPA3 und sollten Sie ein Upgrade durchführen?
Verwenden Sie WLAN, um diesen Artikel zu lesen? Ihr Router folgt einer Reihe von Protokollen, die Verbindungen, Geschwindigkeit und mehr vorgeben. Ein Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3)-Router könnte mehr Sicherheit als ältere Protokolle bieten, bringt jedoch Kompromisse mit sich, die Sie vor einem Upgrade kennen sollten.
| Feature | Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2) | Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) |
|---|---|---|
| Einführungsjahr | 2004 | ~2018 |
| Authentifizierungsverfahren | Pre-Shared Key | Simultaneous Authentication of Equals (SAE) |
| Verschlüsselungsstandard | 128-Bit-Verschlüsselung | GCMP-256-Verschlüsselung |
| Resistenz gegen Brute-Force-Angriffe | Anfällig für Brute-Force-Angriffe | Beschränkt auf einen Offline-Passwort-Rateversuch |
| Fortlaufender Support | Unterstützt und aktualisiert von der Wi-Fi Alliance | Unterstützt und aktualisiert von der Wi-Fi Alliance |
Wie funktioniert WPA3?
Die Wi-Fi Alliance hat WPA3 im Jahr 2018 veröffentlicht. Die neuen Regeln basieren auf Protokollen, die für WPA2 veröffentlicht wurden und somit bei Unternehmen seit 2004 im Einsatz waren.
Die Aufgabe der Wi-Fi Alliance ist die Entwicklung neuer Technologien, Programme und Anforderungen, um die Verwendung von WLAN für alle Benutzer einfacher und sicherer zu machen. Die Veröffentlichung neuer Protokolle durch die Wi-Fi Alliance erfolgt meist mit großem Medienrummel und die Hersteller benötigen ein oder zwei Jahre, bis ihre Produkte kompatibel sind.
Wie führen Nutzer:innen ein Upgrade auf WPA3 durch?
Auch wenn die meisten normalen Benutzer noch nie von WPA3 gehört haben, haben sie den Namen eventuell schon beim Einkaufen gesehen. Für ein Upgrade müssen Benutzer einen neuen WPA3-Router kaufen.
Nach dem Kauf müssen die Benutzer ihre Geräte konfigurieren. Einige Unternehmen (darunter Apple) bieten unkomplizierten Support, damit Benutzer ihren neuen WPA3-Router schnell anschließen können, ohne Funktionen zu verlieren. Dennoch kann der Wechsel etwas schwierig sein. Außerdem wird in jedem Fall empfohlen, vor dem Umstieg sensible Daten zu sichern.
Einige Benutzer entscheiden sich, ihren alten Router weiter zu verwenden. Und das ist auch in Ordnung, denn die Wi-Fi Alliance hat vor, WPA2 weiterhin zu unterstützen und zu aktualisieren. Die neuen Regeln bieten jedoch etliche Vorteile. Zum Beispiel:
- Sichere Handshakes: In alten WPA-Protokollen wurden ein Gerät und ein Router mit einem Pre-shared Key (also einen vorab vereinbarten Schlüssel) verbunden. Leider können Hacker dieses Authentifizierungsverfahren relativ leicht per Brute-Force-Angriff knacken. Bei WPA3 erfolgt die Verschlüsselung mit einer Methode, die als Simultaneous Authentication of Equals (SAE) bezeichnet wird. Da das Abhören von Passwörtern erheblich schwerer ist, sind Geräte damit besser geschützt.
- Erweiterte Verschlüsselung. WPA3-Protokolle erfordern eine Verschlüsselung nach dem Galois/Counter Mode Protocol 256 (GCMP-256) anstelle der in früheren Versionen verwendeten 128-Bit-Verschlüsselung. Mit dieser Methode ist es für eine:n Benutzer:in viel schwieriger, den Datenverkehr einer anderen Person auszuspionieren.
- Stärkerer Schutz: Ein Benutzer kann nur einmal das Offline-Passwort raten. Damit sind Brute-Force-Angriffe, bei denen Hacker Hunderte Male das Passwort zu erraten versuchen, nicht mehr möglich.
Angesichts der Vorteile entscheiden sich viele Benutzer, ihren Router zu upgraden und ihre Arbeit besser zu schützen. Und Unternehmen, die WLAN als Bonus anbieten, upgraden ihre Geräte, um die Sicherheit und Zufriedenheit ihrer Kunden und Mitarbeiter zu verbessern.
Was sind die Sicherheitsschwächen von WPA3?
Wenn Sie noch einen alten Router verwenden, nutzt er ziemlich sicher WPA2-Protokolle. Diese Regeln bieten jedoch nur unzureichende Sicherheit, weil z. B. Hacker Ihr Passwort erraten können. Der Wechsel zum neuen System kann hier helfen, bietet aber keinen perfekten Schutz.
Zu den Sicherheitsnachteilen von WPA3 gehören:
- Anhaltende Sicherheitsrisiken: Kurz nach der Veröffentlichung von WPA3 entdeckten Forscher eine Schwachstelle, die Netzwerkpasswörter kompromittieren könnte. Das neue Protokoll kann durchaus noch weitere Probleme enthalten.
- Mangelnde Unterstützung: Wenn Sie einen WPA3-Router kaufen, kann es vorkommen, dass Sie Ihre Geräte sich nicht damit verbinden können, weil diese die neuen Protokolle nicht unterstützen. Das gilt auch für ältere Computer und Smartphones.
- Höhere Kosten: Unternehmen sind von den Kosten für die systemweite Einführung neuer Router nicht begeistert.
Denken Sie daran, dass WPA3 nicht absolut sicher ist. Wiegen Sie sich nicht in falscher Sicherheit, insbesondere wenn Sie mit sensiblen Informationen arbeiten. Gehen Sie vorsichtig vor und verlassen Sie sich auf bewährte Systeme wie ein Virtuelles privates Netzwerk (VPN), wenn Sie Remote-Zugriff benötigen.
Falls Sie sich nicht sicher sind, was ein VPN ist oder welchen Schutz es bietet (besonders wenn Sie auch MFA verwenden), lesen Sie unseren Blog.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich alle meine Geräte ersetzen, um Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) zu nutzen?
Der Kauf eines neuen WPA3-Routers ist nur ein Teil des Upgrades. Ihre vorhandenen Computer und Smartphones müssen ebenfalls WPA3-Protokolle unterstützen, um eine erfolgreiche Verbindung herzustellen. Ältere Geräte weisen diese Kompatibilität möglicherweise nicht auf, was die praktischen Vorteile eines Wechsels einschränken kann.
Ist Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) absolut sicher?
Nein. Kurz nach der Einführung von WPA3 entdeckten Forscher:innen eine Schwachstelle, durch die Netzwerk-Passwörter offengelegt werden konnten. Obwohl WPA3 einen stärkeren Schutz als WPA2 bietet, ist es nicht absolut sicher, und für sensible Arbeiten werden weiterhin zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen – wie ein VPN – empfohlen.
Was macht die Authentifizierung bei Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) stärker als bei WPA2?
WPA2 basiert auf einem Pre-Shared Key zur Geräteauthentifizierung, der für Angreifer:innen durch Brute-Force-Methoden relativ leicht zu knacken ist. WPA3 ersetzt dies durch Simultaneous Authentication of Equals (SAE), wodurch es deutlich schwieriger wird, Passwörter während des Verbindungsaufbaus abzufangen.
Kann ich meinen Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2)-Router weiterhin verwenden, anstatt ein Upgrade durchzuführen?
Ja. Die Wi-Fi Alliance unterstützt und aktualisiert WPA2 weiterhin, sodass es eine valide Option bleibt, den vorhandenen Router zu behalten. Allerdings sollten sich Nutzer:innen der bekannten Sicherheitseinschränkungen von WPA2 bewusst sein, insbesondere seiner Anfälligkeit für Brute-Force-Passwortangriffe.
Warum könnten Unternehmen zögern, auf Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) umzusteigen?
Der Austausch von Routern in einer gesamten Organisation ist mit erheblichen Hardwarekosten verbunden. In Kombination mit potenziellen Kompatibilitätsproblemen bei Geräten – wobei ältere Endpoints WPA3 möglicherweise nicht unterstützen – kann die finanzielle und logistische Belastung groß angelegte Upgrades zu einer schwierigen Entscheidung für Unternehmen machen.
Wie schränkt Wi-Fi Protected Access 3 (WPA3) Brute-Force-Angriffe ein?
Im Gegensatz zu WPA2 beschränkt WPA3 Angreifer:innen auf einen einzigen Offline-Passwort-Rateversuch, wodurch die groß angelegten, automatisierten Rateversuche, die Brute-Force-Angriffe ausmachen, unter dem neuen Protokoll praktisch unmöglich werden.
Referenzen
Who We Are, Wi-Fi Alliance.
Recommended Settings for Wi-Fi Routers and Access Points, Apple.
Flaws in Wi-Fi's New WPA3 Protocol Can Leak a Network's Password, (April 2019), PC Magazine.