In den späten 1990er Jahren weckte die Aufforderung, die eigene Kreditkartennummer in einen Webbrowser einzugeben, bei Verbraucher:innen dasselbe Misstrauen wie die Aufforderung, einer fremden Person in einer Gasse die physische Brieftasche zu übergeben. Heute stehen wir bei KI-Agenten vor einer ähnlichen Situation. Wir wünschen uns die Bequemlichkeit von autonomem E-Commerce, aber die Vorstellung, dass ein Bot in unserem Namen Transaktionen ohne strenge Sicherheitsvorkehrungen ausführt, bereitet allen – Verbraucher:innen, Entwicklungsteams und den Unternehmen, die am Ende den Schaden tragen – einige Bauchschmerzen.
Im Zeitalter der Agenten ist das die Realität im E-Commerce: Wie wir auf der Oktane berichtet haben, beobachten Marken, dass sich bis zu 40 % des klassischen Such-Traffics auf KI-Agenten von Drittanbietern verlagert. Da diese Agenten bereits die meiste Arbeit bei der Produktsuche und -bewertung übernommen haben, konvertieren sie drei- bis fünfmal häufiger als menschliche Benutzer:innen, die sich durch einen Online-Shop klicken. Jahrelang konzentrierten sich Security-Teams darauf, Bots fernzuhalten. Jetzt müssen wir die harmlosen Agenten hereinlassen. Wenn Sie agentengesteuerten Datenverkehr blockieren, weil Ihnen die Mittel zur Überprüfung fehlen, verzichten Sie heute auf legitime Umsätze und riskieren morgen, die Kundenbindung zu gefährden.
Dennoch tut sich die Branche schwer, diesen Wandel sicher zu vollziehen. Wir haben kürzlich unseren 2026 Customer Identity Trends Report veröffentlicht, und die Ergebnisse zeigen eine enorme Diskrepanz zwischen den geschäftlichen Ambitionen und der technischen Umsetzung: Obwohl fast 60 % der Unternehmen unter Hochdruck daran arbeiten, handlungsfähige Agenten einzuführen, liegen 80 % dieser KI-Initiativen hinter dem Zeitplan zurück.
Um diese Projekte aus der Warteschleife in die Produktionsumgebung zu bringen, müssen wir die Reibungspunkte auf beiden Seiten der Login-Box angehen.
Hier sind einige wichtige Erkenntnisse aus dem Bericht, die die Herausforderungen und Entscheidungen für die nächste Generation von Customer Experiences beleuchten.
Verbraucher:innen wollen KI-Unterstützung, keine KI-Autonomie
Die meisten Verbraucher:innen sind einfach nicht bereit, ihre Agenten frei agieren zu lassen. Dem Bericht zufolge sind nur 38 % der Verbraucher:innen bereit, selbst risikoarme Entscheidungen an KI zu delegieren, und lediglich 6 % wünschen sich vollständige KI-Autonomie.
Ähnlich wie in der Anfangszeit des Online-Shoppings werden Verbraucher:innen KI nur annehmen, wenn sie sich geschützt fühlen. Sie wünschen sich KI-Unterstützung, verlangen aber Kontrolle – genauer gesagt die Möglichkeit, die Aktionen eines Agenten zu genehmigen oder rückgängig zu machen.
Entwickler:innen und Führungskräfte nennen unterschiedliche Gründe für Verzögerungen bei KI-Projekten
Laut unserem Bericht neigen 59 % der Führungskräfte dazu, KI-Verzögerungen auf vage Probleme in den Bereichen „Compliance, Sicherheit, Überprüfungen oder Governance“ zu schieben; Entwickler:innen an der Basis zeichnen jedoch ein weitaus praxisnäheres Bild. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass Entwickler:innen doppelt so häufig (17,8 % gegenüber 9,0 %) wie Führungskräfte darauf hinweisen, dass ihre aktuelle Identity-Infrastruktur Zugriffsmuster von Agenten schlichtweg nicht unterstützen kann.
Wenn die Identity-Infrastruktur nicht ausreicht, entwickeln Teams eher Behelfslösungen, die sensible Kundendaten gefährden können. Dies gefährdet die Sicherheit und zerstört das Vertrauen der Benutzer:innen, bevor die Experience überhaupt beginnt. Um dauerhaftes Vertrauen aufzubauen, müssen Produktteams die Identity-Kontrollen auf die KI-Agenten selbst ausweiten. Hinter den Kulissen ist die Absicherung von Daten der erste und wichtigste Schritt zur Schaffung einer zuverlässigen und vertrauenswürdigen Experience.
Externe Customer-Identity-Plattformen helfen dabei, KI-Bereitstellungen zu beschleunigen
Produktteams müssen das Identity-Management nicht von Grund auf neu entwickeln, um KI-Funktionen rechtzeitig einzuführen. Der Bericht zeigt, dass Unternehmen mit einer externen Customer-Identity-Plattform eher von einem erfolgreichen KI-Einsatz berichten als solche, die Legacy- oder eigenentwickelte Systeme einsetzen.
Eine externe Plattform standardisiert das Identity-Management und legt an einem zentralen Ort klare Berechtigungen für KI-Agenten fest. Dadurch ist es Entwicklungsteams möglich, Funktionen ohne ständige Architekturänderungen zu skalieren. So bleiben Rollouts im Zeitplan (bei 28,3 % der Entwickler:innen mit einer externen Plattform im Vergleich zu 18,1 % mit einem anderen Ansatz), während gleichzeitig die nahtlosen, sicheren Experiences bereitgestellt werden, die eine Kundenabwanderung verhindern.
Entwickler:innen, die eine externe Plattform nutzen, betrachten Identity-Management viel eher als Wettbewerbsvorteil. Sie haben häufiger KI-Funktionen bereits vollständig in die Produktionsumgebung integriert (34,4 % im Vergleich zu 22,3 %) und berichten seltener davon, dass sie Kund:innen durch sicherheitsbedingte Reibungsverluste verlieren.
Okta als ein Leader eingestuft
Gartner® Magic Quadrant™ 2026 für Customer Identity and Access Management
Modernes Identity-Management ist der Wegbereiter für KI
Sie dürfen Risiken durch Agenten nicht wie klassischen Betrug behandeln. Das nachträgliche Blockieren von verdächtigem Datenverkehr ist keine tragfähige Strategie, wenn diese Bots einen erheblichen und wachsenden Teil Ihres Umsatzes generieren.
Umsatz sollte nicht mit höherem Risiko einhergehen müssen. Um agentenbasierten E-Commerce praktikabel zu machen, müssen zur Laufzeit feingranulare Zugriffskontrollen angewendet werden, die genau definieren, worauf ein Agent zugreifen darf. Wenig überraschend zeigt der Bericht, dass Unternehmen mit einer externen, modernen Customer-Identity-Plattform dabei weitaus erfolgreicher sind. Die Standardisierung von Identitäten und die Definition klarer Berechtigungen für KI-Agenten an einem zentralen Ort helfen Unternehmen, ihre Rollouts im Zeitplan zu halten und KI-Funktionen deutlich schneller in die Produktion zu bringen als Unternehmen, die auf Legacy-Systeme angewiesen sind.
Lesen Sie den vollständigen 2026 Customer Identity Trends Report und erfahren Sie, wie Marken die nächste Generation von Customer Journeys absichern.