Dies ist die zweite Folge der „Agent Eye-Openers“-Reihe, in der wir mit Fachleuten eingehend über die Entscheidungen, Entdeckungen und Weckrufen sprechen, die die KI-Ära prägen. Sehen Sie sich die erste Folge an.
Sie können einen KI-Agenten nicht zur Verantwortung ziehen. Wenn Ihre Agenten versehentlich sensible Kundendaten preisgeben, können Sie sie nicht entlassen – schließlich sind sie nur Maschinen.
Für Micah Spieler, Chief Product Officer bei Strike Graph – einer KI-nativen Compliance-Plattform – war diese Erkenntnis ein Weckruf, der signalisierte, dass Unternehmen es nun mit einem völlig neuen Identitätstyp zu tun haben, der einen neuen Sicherheitsansatz erfordert.
Dies galt insbesondere für Strike Graph, da die Plattform sensible Informationen darüber speichert, wie Unternehmen regulatorische Anforderungen einhalten. Als das Unternehmen also begann, sich mit KI-Agenten und Large Language Models (LLMs) zu befassen, stand es vor einer entscheidenden Frage: Wie lässt sich das Potenzial dieser Tools erschließen, ohne Kundendaten zu gefährden?
Ein Konzept für die Verwaltung „hungriger Agenten“
Für Strike Graph begann es mit einer Erkenntnis: Nur weil KI-Agenten riesige Datenmengen verarbeiten können, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie es auch tun sollten. „KI-Agenten sind hungrig. Sie erfassen alle Informationen, die Sie ihnen zur Verfügung stellen, denn so arbeiten sie und erledigen die Aufgabe am effizientesten," erklärt Spieler. Wenn Sie einem Agenten Zugriff auf Ihre gesamte Datenbank gewähren, um eine Aufgabe zu erledigen, wird er diese vollständig nutzen – nicht aus böser Absicht, sondern weil er es kann.
Dies sorgte bei den Kund:innen von Strike Graph für echte Nervosität. Sie wollten die Vorteile von MCP-Servern und LLMs nutzen, waren aber verständlicherweise besorgt darüber, diesen neuen Tools sensible Compliance-Daten zugänglich zu machen.
Bei der sicheren Verwaltung dieser Agenten stützt sich Strike Graph auf Oktas Konzept für den sicheren Einsatz von Agenten in Unternehmen, bei dem Unternehmen drei Fragen beantworten müssen: Wo sind meine Agenten? Womit können sie sich verbinden? Was können sie tun?
Durch die Nutzung von Auth0 for AI Agents kann Strike Graph alle drei Fragen souverän beantworten:
Wo sind meine Agenten? Strike Graph hostet seine eigenen Modelle vollständig innerhalb seiner eigenen Firewall, um die volle Kontrolle über die Kundendaten zu behalten. Auth0 hilft bei der Absicherung dieses Perimeters und gewährleistet, dass Agenten nur innerhalb ihres vertrauenswürdigen Ökosystems ausgeführt werden und keine ungesicherten Drittanbieter-APIs nutzen.
Womit können sie sich verbinden? Mit Auth0 hat Strike Graph seine MCP-Server (Model Context Protocol) um eine neue Authentifizierungsebene erweitert. Dadurch können die Kund:innen feingranulare Zugriffskontrollen einstellen und Agenten nur Verbindungen zu autorisierten Datenquellen herstellen.
Was können sie tun? Die Fähigkeit von Auth0, zwischen den Datenverkehrsmustern von Menschen und KI-Agenten zu unterscheiden, ermöglicht Strike Graph robuste Logging-Funktionen. Nicht technische Benutzer:innen (z. B. beispielsweise Chief Compliance Officers) können Systeme problemlos auditieren und genau sehen, welche Agenten wann auf welche Daten zugegriffen haben.
Dieses Maß an Transparenz und Kontrolle sorgt für Kundenvertrauen. Wenn Compliance-sensible Kund:innen kritische Fragen zur Verwaltung ihrer Daten haben, liefert Strike Graph Antworten und die Kund:innen können schneller „Ja“ zu KI-Features sagen.
Geschwindigkeit ohne Kompromisse
Für Strike Graph steht Sicherheit an erster Stelle. Sie darf die Produktteams aber nicht ausbremsen. „Entscheidend ist, dass unser Entwicklungsteam keine zusätzliche Zeit für die Entwicklung der Authentifizierungsebene aufwenden muss“, erklärt Spieler. Durch die Bereitstellung der Authentifizierungsebene für KI-Agenten und MCP-Server mithilfe von Auth0 haben die Teams von Spieler mehr Zeit, sich um die Erprobung neuer Features und Produkte für ihre Kund:innen zu konzentrieren.
Durch die Auslagerung dieser sensiblen Authentifizierungsebene kann Strike Graph auch seine Go-to-Market-Geschwindigkeit beibehalten und interne Konzepte innerhalb weniger Tage in produktionsreife Prototypen verwandeln. „Wir können eine Idee aufgreifen, sie für Kund:innen in die Produktion überführen und deren Feedback einzuholen – alles in kürzester Zeit“, sagt Spieler.
Der zunehmende Trend zur Verkettung von Modellen
Die Notwendigkeit einer sicheren Grundlage wird noch wichtiger, da sich die KI-Entwicklung über einzelne Modelle hinaus zu vernetzten Ketten weiterentwickelt. Anstatt sich ausschließlich auf riesige Frontier-Modelle zu verlassen, stellt Spieler einen wachsenden Trend fest: die „Verkettung“ kleinerer, fein abgestimmter Modelle, die es ermöglicht, komplexe Aufgaben nacheinander zu bewältigen. Da die Daten von einem spezialisierten Schritt zum nächsten weitergegeben werden, arbeiten diese kleineren Modelle bei der korrekten Ausführung spezifischer Aufgaben mit geringerem Ressourcenbedarf und höherer Genauigkeit.
Die Verkettung mehrerer Modelle bedeutet jedoch, dass Daten viel öfter herumgereicht werden. In einem Ökosystem, in dem MCP-Server untereinander und mit Hunderten anderen Modellen kommunizieren, ist die Agentenauthentifizierung von enormer Bedeutung. Unternehmen müssen kritisch betrachten, wie sie Authentifizierung einsetzen, um sicherzustellen, dass Daten verschlüsselt bleiben und nur die richtigen KI-Agenten zur richtigen Zeit und für den richtigen Zweck darauf zugreifen.
Die Bewältigung dieser Komplexität erfordert eine dedizierte Identity-Ebene, die zwischen diesen verketteten Modellen zu vermitteln. Spieler betont: „Sie müssen die Übergabe absichern. Wenn Sie die Identität des Agenten nicht bei jedem Schritt der Kette überprüfen, setzen Sie sich einem Risiko aus.“ Durch die Authentifizierung jeder Interaktion mit Lösungen wie Auth0 for AI Agents können Unternehmen dazu beitragen, dass sensibler Kontext sicher an nachgelagerte Prozesse weitergegeben wird. Dies verhindert, dass nicht berechtigte Agenten außer Kontrolle geraten oder auf nicht autorisierte Ressourcen im Workflow zugreifen.
„Wow“-Momente ermöglichen
Das richtige Identity-Management für KI-Agenten ist entscheidend, um katastrophale Sicherheitsverletzungen zu verhindern. Es geht aber auch darum, das volle Potenzial der Technologien auszuschöpfen, um Benutzer:innen zu begeistern.
Spieler betont, dass Kund:innen eher bereit sind, mit neuen Features zu experimentieren und sie auszuprobieren, wenn sie sehen, dass ihre Daten absolut vertraulich behandelt und durch sichere Kontrollen geschützt werden. „Ihre erstaunten Gesichter zu sehen, wenn unser KI-Sicherheitsassistent alle Aspekte einer wirklich komplexen Compliance-Frage richtig behandelt, ist einfach unglaublich“, sagt Spieler.
Durch die Implementierung einer vertrauenswürdigen Authentifizierungsebene vom ersten Tag an können sich Unternehmen auf starke KI-Experiences konzentrieren, die ihre Kundschaft begeistern und Produktinnovationen vorantreiben.
Sehen Sie sich das vollständige Video oben an, um weitere Einblicke von Micah Spieler zu KI-Agenten, Compliance und neuen Herausforderungen bei der Authentifizierung zu erhalten.